Open-Air-Kino mit Alex De Vito im Leipziger Norden
Bar & Gallery4 Min. Lesezeit

Was als Kinoabend unter freiem Himmel begann, entwickelte sich zu einer bewegenden Begegnung mit einem Filmemacher, dessen Geschichten weit über die Leinwand hinausreichen.
Bei unserem Kinoabend mit dem Filmemacher Alex De Vito im MONOPOL Leipzig stand nicht nur das gemeinsame Filmerlebnis im Mittelpunkt, sondern auch die Frage, welche Geschichten erzählt werden sollten.
Das Publikum hat das letzte Wort
Für diesen Abend hatte sich Alex etwas Besonderes überlegt: Statt das Filmprogramm vollständig vorzugeben, wollte er die Gäste selbst entscheiden lassen. Über ein Online-Voting konnten sie abstimmen, welcher von drei Dokumentarfilmen gezeigt werden sollte.
Bevor die Entscheidung fiel, stellte sich Alex persönlich vor und gab einen Einblick in seine Arbeit. Seine offene und nahbare Art machte deutlich, dass hinter den Filmen nicht nur bewegende Bilder, sondern auch persönliche Begegnungen und gesellschaftlich relevante Fragen stehen.
Dokumentarfilme, die Geschichten sichtbar machen
Alex De Vito arbeitet als Filmemacher, Regisseur und Kameramann. Seine Dokumentarfilme beschäftigen sich unter anderem mit Menschenrechten, Inklusion und Lebensrealitäten in unterschiedlichen Regionen der Welt. Dabei geht es ihm um die Menschen hinter den großen Themen und um Perspektiven, die im Alltag leicht übersehen werden.
Genau dieser Ansatz passte zu unserem Kinoabend. Denn wir möchten mit der Bar&Gallery nicht nur einen Ort für Veranstaltungen schaffen, sondern auch Raum für Begegnungen, Austausch und neue Blickwinkel bieten.
Drei Dokumentarfilme standen zur Auswahl
Mondikolok 2020 – Eine Gesundheitseinrichtung im Südsudan

„Mondikolok 2020“ begleitet ein Projekt zum Aufbau einer Gesundheitseinrichtung im Südsudan. Der Film zeigt die Zusammenarbeit mit Menschen vor Ort, die Herausforderungen beim Aufbau medizinischer Infrastruktur und die Bedeutung einer verlässlichen Gesundheitsversorgung für die Gemeinschaft.
Inclusion – Alle unter einem Dach

„Inclusion – Alle unter einem Dach“ richtet den Blick auf Menschen mit Behinderung und ihre Familien. Im Mittelpunkt stehen persönliche Erfahrungen, der gemeinsame Alltag und die Frage, was gelebte Inklusion bedeutet.
poco a poco – Menschenrechtsbeobachtung in Mexiko

„poco a poco“ führt nach Chiapas in Mexiko. Die Dokumentation begleitet
Menschenrechtsbeobachtung in zapatistischen Gemeinden und eröffnet Einblicke in Fragen von Selbstbestimmung, Rechten und gesellschaftlichem Zusammenleben.
Nachdem Alex seine drei Filme vorgestellt hatte, stand die Entscheidung des Publikums fest: Gezeigt wurde „Mondikolok 2020“. Alex erzählte, dass ihn erst vor Kurzem neue Nachrichten aus dem Umfeld des Projekts erreicht hatten. Nach dem Film wollte er mehr dazu berichten.
Ein Film, der uns mit in den Südsudan nahm
Schon nach den ersten Minuten zog uns die unmittelbare Erzählweise in ihren Bann. Die Kamera begleitete Menschen in ihrem Alltag und zeigte, welche Herausforderungen der Zugang zu medizinischer Versorgung mit sich bringen kann. Besonders in Erinnerung blieb uns die Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung: Der Film vermittelt, wie viel durch gemeinsames Engagement entstehen kann.
Neben dem Aufbau der Einrichtung ging es vor allem um die Hoffnungen, die die Menschen mit dem Projekt verbanden. Gerade diese persönlichen Momente machten den Film für uns so eindrücklich.
Wenn die Realität den Film einholt
Nach der Vorführung gab es Applaus. Anschließend berichtete Alex von Nachrichten, die ihn aus der Region erreicht hatten, und schilderte seine Sorge um Menschen, denen das Publikum im Film begegnet war. Er sprach über die schwierige Sicherheitslage sowie über Spannungen rund um Viehhaltung, Landwirtschaft und den Zugang zu Ressourcen.
Diese Konflikte sind komplex und haben unterschiedliche historische, politische und wirtschaftliche Ursachen. Alex’ persönliche Schilderungen verliehen dem Film dennoch eine neue Nähe. Im Publikum war die Betroffenheit deutlich zu spüren: Die Geschichten auf der Leinwand waren mit dem Abspann nicht zu Ende.
Genau solche Momente zeigen uns, warum wir Veranstaltungen wie diese organisieren. Filme können unterhalten und faszinieren. Sie können aber auch Fragen aufwerfen, Perspektiven verändern und Gespräche anstoßen, die weit über eine Vorführung hinausgehen.

Durch die persönliche Vorstellung der Filme, das Publikumsvoting und den Austausch mit Alex entstand ein Abend, an den wir uns noch lange erinnern werden. Die Begegnung mit dem Menschen hinter der Kamera machte das gemeinsame Filmerlebnis besonders.
Als wir das Open-Air-Kino mit Alex De Vito planten, wollten wir unseren Gästen ein besonderes Filmerlebnis bieten. Dass daraus ein so intensiver und nachdenklicher Abend werden würde, hatten wir nicht erwartet. „Mondikolok 2020“ erinnerte uns daran, dass hinter gesellschaftlichen Entwicklungen immer einzelne Menschen mit ihren eigenen Geschichten stehen.
Wir bedanken uns herzlich bei Alex De Vito für seine Offenheit, seine persönlichen Einblicke und seine Filme. Und natürlich bei allen Gästen, die mit abgestimmt, aufmerksam zugehört und den Abend mit uns geteilt haben.
Wir freuen uns darauf, auch künftig authentische Filme, spannende Persönlichkeiten und gesellschaftlich relevante Themen in die THE MALAMUTE Bar & Gallery im MONOPOL Leipzig zu bringen.
Schlagwörter
- Open-Air-Kino Leipzig
- Alex De Vito
- Dokumentarfilm Leipzig
- MONOPOL Leipzig
- Mondikolok 2020
Weiterlesen
Alle BeiträgeBar & Gallery03.11.2026
Film ab im Monopol Leipzig: Unser erstes Open-Air-Kino mit der EOFT
Ein lauer Sommerabend, gemütliche Sitzplätze zwischen Bäumen, Livemusik, Streetfood und spannende Outdoor-Filme auf großer [...]
Bar & Gallery30.10.2026
Veranstaltungstechnik Leipzig: von Galeriekonzert bis Open-Air-Kino
20 Menschen, ein Künstler und ein Raum voller Musik. Oder 200 Gäste, eine große Leinwand und ein Kinoabend unter freiem Himmel. [...]
Bar & Gallery16.10.2026
Fokus Fotografie im Leipziger Norden
Fotografie hat ein interessantes Dasein. Ein Instrument zwischen Erinnerungshilfe, Dokumentation und Kunst. Eine Technik [...]




